Impressionen

 

Besten Dank an Noë für die Musik, an die Kamera mit dem coolen 4sec-Modus und natürlich an alle Darsteller.

Arigato!

Das ist japanisch und heißt „Danke“.

Wir möchten uns jetzt zum Abschied nämlich gerne noch einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die uns dieses tolle Abenteuer ermöglicht haben.
Ein dickes DANKESCHÖN geht an das Team vom MINT-EC.

Ganz besonders möchten wir uns bei Dir, Johannes-san, bedanken! Denn du warst mehr als nur der Finanzminister obwohl wir Dich doch recht gerne damit aufziehen. Du hast Dich um die ganze Gruppe gekümmert, uns zum Lachen gebracht und für uns war es eine sehr schöne Zeit mit Dir.
Auch möchten wir uns gerne bei Jugend-Forscht bedanken, denn ohne diesen gigantischen Wettbewerb und das Alumniprogramm wären wir nie zusammen gekommen und hätten niemals nach Japan zur SSH fahren können.
Für die Finanzierung der Reise möchten wir uns ebenfalls bei Jugend-Forscht bedanken, weiterhin noch bei der Think.ING sowie bei Gesamtmetall.

Bei letzterem gilt das DANKE insbesondere Wolfgang Gollub, der uns auch zum Vorbereitungstreffen eingeladen hat und uns schon im Voraus viel über den Wettbewerb erzählen konnte. Hier durften wir auch Tatjana Wonneberg vom Japanisch-Deutschen-Zentrum-Berlin kennenlernen, die uns so viel wichtiges und wissenswertes über Japan erzählen konnte, uns auf die Japanische Kultur vorbereitet hat und auch ein traumhaftes Programm für den touristischen Teil der Reise zusammengestellt hat. Ebenfalls danken wir vom JDZB Jörg Reinowski, der An- und Abreise nach Japan für uns organisiert hat.
Zu guter Letzt möchten wir uns bei unseren Lehrern, Eltern und einfach allen bedanken, die uns mit unseren Projekten in den vergangenen Jahren und bei jedem neuen Wettbewerb unterstützt haben.
Und die sich jetzt die nächsten Wochen sehr viele Geschichten über Japan anhören müssen…

Vielen Dank, es war eine unvergessliche Zeit!

Finanzminister… und vieles mehr!

Dieser Blog wäre kein vollständiger Blog, wenn wir keinen Eintrag zu unserem großartigen Delegationsleiter hätten, oder wie wir zu sagen pflegten: „Unser Finanzminister… und vieles mehr“. Um die Qualität unseres Delegationsleiters verstehen zu können, muss man sich zunächst mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der deutschen Delegation und ihren Eigenarten auseinandersetzen. Es folgt eine Bestandsaufnahme: Eine Chemielehrerin, ein Physiklehrer, ein Biologielehrer und sechs Jungforscherinnen und Jungforscher. Wer hier die brisante Mischung nicht erkennt, ist kein Naturwissenschaftler. Das Naturell der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war es zu hinterfragen, zu ergründen, Tatsachen nicht einfach hinzunehmen. Wieso? Wie funktioniert das? Was ist das? Drei Fragen, die unser Delegationsleiter unzählige Male am Tag beantworten musste. Ich erinnere mich, wie ich mir ein japanisches Getränk gekauft hatte. Bei der Reisegruppe wieder angekommen, wurde mir gefühlte zehn Mal die Frage gestellt: „Was ist das?“.
Doch unser Delegationsleiter bewies eine japanische Ruhe und Gelassenheit. Nach einigen Tagen hatte er sich die einheimische Gestik zu Eigen gemacht und konnte mit Hilfe von eindeutigen Handbewegung und mehrmaligen Wiederholen des Sachverhaltes auch dem misstrauischsten  Naturwissenschaftler beispielsweise die Reihenfolge der Nahrungsmittelaufnahme bei einer japanischen Mahlzeit erklären.

Japanische Gestik, gekonnt kopiert und passend eingesetzt

Japanische Gestik, gekonnt kopiert und passend eingesetzt

 

Hier einmal - leider sehr unscharf - im Original.

Hier einmal – leider sehr unscharf – im Original.

Schematisch dargestellt in der Werbung

Schematisch dargestellt in der Werbung

Geduld bewies er ebenfalls bei den unzähligen Gruppenfotos, die wir forderten und zu denen es selbstverständlich bereits einen eigenen Blogeintrag gibt. Doch er durfte bei den Gruppenfotos selbstverständlich nicht fehlen und so kam er auf unser Drängen meistens dazu.
Selbst im Auge des Sturms bewahrte der Finanzminister Ruhe wie immer und bringt noch gute Laune in die Gruppe: „Here I am, rock you like a hurricane“ zitiert er wohlgemut die Scorpions, als klar wurde, dass ein Taifun, wegen dem andernorts 560.000 Menschen evakuiert werden müssen, an Tokyo nur vorüber zieht. Als uns, wie erwartet, einige Ausläufer desselben dann erreichten, hilft er galant den Damen über die glitschigen Stufen, die „so glatt wie Berlin bei Blitzeis“ waren. Eine übermütige Schülerin bremst er mit den Worten: „Die medizinische Versorgung in Japan soll ja sehr gut sein, aber wir wollen das Krankenhaus von Tokyo jetzt deswegen nicht in unser Sightseeing Programm aufnehmen, also bitte keine waghalsigen Stunts.“
Für das Sightseeing kommunizierte unser Gruppenleiter ganz hervorragend mit unseren Dolmetscherinnen. Die übernahmen dann sozusagen die Führung – immer vornweg, Hand oder Regenschirm (möglichst) weit sichtbar in der Luft.  Und auch wenn wir eher wie eine Schar aufgescheuchter Hühner hinterher dackeln – der „Finanzminister … und vieles mehr“ hat alles im Blick und schaut immer, dass auch alle da sind. Der Standard-Spruch war: „Kommt doch alle mal ein bisschen ran!“ Denn unser Finanzminister bestand immer darauf, als allerletzter zu gehen, um den Überblick zu behalten. Ein Handzeichen nach vorne – alle bleiben stehen und warten geduldig, meist auf zurückgefallene Fotografen. Im Durchzählen ist er so schnell, dass es ihm nicht mal anzumerken ist. Der Standard-Spruch war: „Kommt doch alle mal ein bisschen ran!“

Da hat sich doch ein aufmüpfiger Fotograf hinter den Finanzminister geschmuggelt!

Da hat sich doch ein aufmüpfiger Fotograf hinter den Finanzminister geschmuggelt!

Einzig in Shibuya, wo gefühlt genau so viele Leute auf den Straßen sind, wie im (übrigens weltweit verkehrsreichsten) gleichnamigen Bahnhof, ist ein leicht hektischer Blick im Gesicht unseres Chefs zu erkennen. Hätten wir doch unsere Entenhüte (vgl. Besuch im Cupnoodle-Museum) aufgehabt!
Tja, und nach der Rückkehr ins Hotel ist der Tag noch lange nicht vorbei – die Hotelumgebung musste erkundet, Bildungslücken detektiert und geschlossen werden, Blogeinträge geschrieben und die MINT EC Facebook Seite gepflegt werden.

Aber wie ist der Finanzminister eigentlich ohne nennenswerte politische Karriere an seinen Titel gekommen?
Er hat ihn unserer Dolmetscherin Yukie zu verdanken – so holte sie ihn immer ran, wenn mal wieder Bahnfahrkarten gekauft werden mussten. „Der Finanzminister einmal herkommen, bitte!“ Und als er mit seinem neuen Titel von total witzigen BerlinerInnen aufgezogen wurde, antwortete er einfach „… und vieles mehr…“ – ist ja klar, dass diese Aussage ab sofort den Titel ergänzt!

Taufe 2.0 - Finanzminister in spe mit seiner

Taufe 2.0 – der Finanzminister „…UND VIELES MEHR…“ in spe

Da alle Quittungen natürlich auf japanisch sind, werden fleißig Notizen gemacht

Da alle Quittungen natürlich auf japanisch sind, werden fleißig Notizen gemacht

Gastbeitrag eines Profi-Maskottchens

Werte Leserinnen und Leser,
zunächst einmal möchte ich mich beim Team Germany für die Aufnahme als Team-Maskottchen bedanken. In dieser Funktion ist mir natürlich eine Ehre, hier auch einen Blogeintrag beisteuern zu dürfen.

Ganz kurz zu meiner Wenigkeit: Mein Name war Felix und ich war einfach nur das süßeste Kuscheltier. Als solches bin ich beim Vorbereitungstreffen für die Intel ISEF (International Science and Engineering Fair in Los Angeles, USA) das erste mal mit so vielen Jufos auf einem Haufen zusammen gekommen (inzwischen weiß ich, sowas ist immer sehr lustig). Und – wie sollte es anders sein – sie fanden mich alle total niedlich. Und nur, weil ich NIEDLICH bin, wurde mein Name dann an das weibliche Geschlecht angepasst und ich hieß fortan SieFelix.

Auf der ISEF hatte ich natürlich eine riesen Fangemeinde, alle wollten Selfies mit mir machen. Ich habe mich auch prima mit dem australischen Maskottchen, einem plüschigen Känguru, verstanden. Selbstverständlich bin ich dort in Teamoutfit mit (Puppen-)Dirndl aufgetreten und sogar mit Name und Foto im Spiegel Online Artikel erwähnt worden! Aber hey, so gehört sich das auch, immerhin ist der ISEF Blog (man merkt ihm die Uhrzeit an, zu der er meist geschrieben wurde) ohne Maskottcheneintrag.

ICH - mit ISEF-Projekten

ICH – mit ISEF-Projekten

Tja, und inzwischen bin ich halt Profi-Maskottchen: Ich bringe Glück und gute Laune. Wer mich anschaut, muss einfach lächeln, weil ich so süß bin, wer mit mir mir kuschelt, vergisst alle Aufregung und Sorgen, weil ich so knuddelig bin und meine Hirse-Lavendelfüllung nachweislich beruhigend wirkt. Außerdem bin ich total fotogen, lasse jedes wissenschaftliche Projekt einfach GUT aussehen.
Na, und das hab ich in Japan auf der Science Fair dann ganz einfach auch gemacht. Ich meine, ganz ehrlich. Wer fotografiert schon gern schwarz-weiß gekleidete Menschen (Japanstyle mit Peace Zeichen ist ja auch nichts neues mehr) – das ist nichts besonderes, wenn man MICH fotografieren kann. Ein Maskottchen mit Perücke in Schlandfarben, das sich mit dem in der Sonne glitzernden Hafen im Hintergrund eindrucksvoll in Szene setzt – das lockt Paparazzi an! Auch wenn die Perücke nicht gerade meiner Figur schmeichelt (Puppenkimono, das wäre was!) werden viele Starportraits gemacht.

Und als würde es nicht reichen, dass ich einfach nur gut aussehe, wird in der Nerd-Runde natürlich gleich diskutiert, was für ein Tier ich bin! „Katze, wegen der süßen Nase“ – der Kommentar geht ja noch, aber „Nein, bei den runden Ohren und dem Stummelschwanz- das ist ein Bär, ein TeddyBär eben“ ist wirklich nicht charmant. Immer muss man in vorhandene Kategorien eingeordnet werden, dabei bin ich einfach nur ich selbst: SieFelix!
Aber nein, auch das nicht mehr. Im japanischen wird an Namen immer ein -san angehängt. So wird aus einem Lukas ein Lukas-san und aus mir SieFelix-san. Zum Glück muss ich nicht auch noch mit Stäbchen essen. Es reicht ja auch, wenn ich die doch recht schlichte Erscheinung der Lunchbox durch eine grandiose Pose meinerseits optisch aufwerte.

Überall dabei :)

Überall dabei 🙂

Meine Mädels und ich im Partnerlook ❤

Amateur-fotografin am Werk! Aber Situation gut getroffen ;)

Voll bequem hier 🙂

Ansonsten muss ich sagen, ist der Blog hier schon ziemlich vollständig, bis auf eines: ein Gruppenfoto mit mir! 😥 Aber das kann nur eines bedeuten: Es muss ein Nachtreffen geben, dann wird das Foto nachgereicht, denn so ist es doch immer: das Beste kommt zum Schluss.

SieFelix-san

Ein maßangefertigter Kimono ist in Auftrag. – Anmerkung der Redaktion

„Was ist das?“

Im Moment, in dem dieser Eintrag verfasst wird, ist es 01:53 Uhr morgens, fünf Jungforscherinnen und Jungforscher, ein Lehrer und ich, der Mensch, der in den letzten Beiträgen „unser Gruppenleiter“ genannt wurde, sitzen im Zimmer 1305 des Hotels Toyoko Inn, mitten in Tokio, der Hauptstadt Japans, dieser Megacity mit insgesamt mehr als 35 Millionen Einwohnern. Berlin, die Stadt in der ich lebe, hat 3,5. Drei Komma fünf. Die Eindrücke der letzten Tagen sind so enorm, dass eine Strukturierung schwer fällt. Nicht nur dieses unglaubliche Land, die unterschiedliche Kultur, die Art der Menschen, die Architektur, das Essen. Mir fallen nicht einmal genug Worte ein, aber es ist noch weit mehr passiert. Eine Gruppe von Menschen ist zu einer eingeschworenen Gemeinschaft geworden, so fühlt es sich an. Eine ganze Menge Insider sind entstanden, Standard-Sprüche, lustige Gesten, die sich wiederholten, wiederholen mussten. Und Lachen, viel Lachen. Als ich meiner Familie vorhin ein Bild von der Szene hier im Zimmer schickte, war die Antwort aus Deutschland „…sehen alle sehr glücklich aus.“ Danke Mama, auf den Punkt. Offenheit, Dankbarkeit und grenzenlose Neugierde, das spürte ich in den letzten Tagen.
Aber das klingt ja alles nach einem Fazit. Wir sind ja noch hier. Und wenn der Taifun, von dem man sogar in Deutschland gehört hat, uns nicht hierbehalten will, dann geht es in weniger als 9 Stunden zurück. Aber eben erst in neun Stunden. Was wir hier jeden Tag in dieser Zeit an Eindrücken gesammelt haben, reicht für Wochen. Auch heute war es so. Und über heute wollte ich eigentlich ja schreiben. Wer also bis hier gelesen hat: Für Dich gibt es jetzt eine kleine Zusammenfassung des letzten vollen Tages der Delegation MINT-EC in Japan.
Das Frühstück im … nein, ich schreibe nicht übers Frühstück.
Yukie, unsere Dolmetscherin, Reiseleiterin, Organisatorin, irgendwie alles auf einmal, führte uns zum Meiji-Park, in dem sich der gleichnamige Schrein befindet. Gebaut für den (achtung, Überraschung:) gleichnamigen Kaiser. Jedoch war bereits beim Verlassen des Hotels klar, dass die Ausläufer des Taifuns Tokio erreichten – zumindest, was den Regen und den Wind anging. Aber alles absolut gefahrlos für uns. Und bei Temperaturen von 28 bis 30 Grad. Später mehr dazu.
Der Weg durch den Park an sich war schon faszinierend, denn er wirkte sehr unberührt – kein Vergleich zum Tiergarten Berlin (mensch neigt dazu, neue Dinge mit bekannten zu vergleichen – verzeiht mir dies). Und auch hier wieder: Ein fast ohrenbetäubend lauter Zikaden-Chor sang sein Lied. Der Schrein selbst war genau das, was man sich unter einem Japanischen Schrein vorstellt. Ein besonderes Gefühl, mittendrin zu sein, mittendrin in dem, was man von kleinen Schwarz-Weiß-Bildern in Schulbüchern kennt. Die traditionelle Reinigung verstärkte die Empfindung. Mit mehreren Unterstell-Pausen ging es anschließend weiter, unter anderem mit der S-Bahn. Gut übrigens, auch den ÖPNV hier erlebt zu haben. Das Fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gibt ein Gespür für Stadt und Menschen. Einschub Ende, weiter im Text. (Mehr Infos zum Schrein: http://de.wikipedia.org/wiki/Meiji-Schrein)
Wir fuhren zum Shinjuku Gyoen National Garden. Einem in verschieden Gartenarchitektonischen Stilen gestalteter Park, der einst nur dem Kaiser vorbehalten war. Doch jetzt wollte uns Freund Regen, der uns seit drei Tagen schon hätte treffen sollen, was aber fortwährend verschoben wurde. Jetzt war er also da. Und die 300 Meter von der Bahnstation zum Parkeingang genügten, um nicht in Multifunktionskleidung eingehüllte, kurze Hosen komplett zu durchweichen. Ich sage hin und wieder einen Satz, der mir auch in dem Moment wieder einfiel, als wir zwischen Lachen über die Menge an Regen, des Geräusches des Wassers in den Schuhen, dem Genuss der trotzdem wunderbar warmen Temperatur und der absoluten Machtlosigkeit gegen das Wasser schwankend, der Satz lautet: Was soll werden? Er ist mehr als Feststellung denn als Frage gemeint.
Pitschenass machten wir uns auf den Weg zum Teehaus, einige von uns lachend, und in diesem Moment einfach glücklich im Regen. Das wundervolle Bild, das unten zu sehen ist, mit dem wundervollen Menschen darauf, im richtigen Moment abgelichtet beim Sprung in eine Pfütze, es entstand in diesem Moment.

Best picture ever - cute, so awesome, #pfütze, #hashtag

Best picture ever – cute, so awesome, #pfütze, #hashtag

Wir besuchten im Teehaus des Parks eine Teezeremonie, wenn auch in verkürzter Form. Alle saßen wir nass dort, die Jacken auf dem Boden ausgebreitet, bitteren grünen Tee trinkend. Natürlich setzte der zwischenzeitlich für einige Minuten pausierte Regen just ein, als wir das Haus verließen, um den Garten weiter zu erkunden. Aber hey, was soll werden? Auf der MINT-EC-Facebook-Seite lautet der Eintrag des Tages: „Tokio, Japan: Der Taifun ist zwar an Tokio vorbeigezogen, aber seine Ausläufer brachten trotzdem eine Menge Regen in die Hauptstadt. Kein Problem, wenn man den Sonnenschein dabei hat.“ Siehe oben…
Verkürzung der Route dennoch, und nun das Mittagessen im „It’s Vegetable“. Der Name ist Programm, der Laden bietet ausnahmslos vegetarische Speisen an. Mensch muss und sollte nicht täglich Fleisch essen, so die Meinung eines Nicht-Vegetariers; aus vielerlei Gründen, deren Diskussion hier nicht aufgemacht werden soll. Die langen Gesichter einiger Teilnehmer, bei Bestätigung, dass alles ohne Fleisch ist, auch das, was wie gebratene Ente aussieht, riefen dann aber bei der Fraktion der mit der Restaurantwahl zufriedenen Menschen ein Grinsen hervor. Das Essen war hervorragend. Punkt.
Der Stadteil Asakusa sollte die letzte Station unserer Japan-Entdeckungstour sein. Der größte Lampion der Welt und ein klassischer Tempel erwarteten uns (über die Masse an Souvenirläden schweige ich). Ein passender Sightseeing-Abschluss.

Größter Papier-Lampion der Welt

Größter Papier-Lampion der Welt

Und auch der kulinarische Abschluss sollte nun folgen: Wir ließen es uns gutgehen (wie eigentlich bei jedem Essen in den Tagen). Es ging in ein Sushi-Restaurant – Sushi ist übrigens in Japan lange nicht so verbreitet, wie in Deutschland. Viel Neugierde und Interesse für die zig verschiedenen kulinarischen Besonderheiten führten zu Geschmackserlebnissen, wie sie kein Sushiladen in Schland bieten könnte. Und zum Nachtisch: Grüner-Tee-Eis. Perfekt.

Nun ja, und seit einigen Stunden sitzen wir nun also hier im Zimmer, gucken YouTube-Videos zur Schließung von Wissenslücken. Tauschen Bilder, schreiben Blogs, reden, reflektieren und lachen, lachen, lachen. Es ist 03:22 Uhr. Unser Flugzeug ist bereits auf dem Weg hierher, wie es scheint, sind wir also in wenigen Stunden tatsächlich auf dem Weg zurück aus dieser völlig anderen Welt. Beladen mit höchstens 23 kg im Koffer, 8 kg im Handgepäck und einer Trillion Eindrücken im Kopf. Und mit dem Gefühl von Dankbarkeit. Dafür, das alles hier erlebt zu haben, für die Gastfreundschaft, für … alles. Und vor allem dafür, mit diesen Menschen diese Zeit verbracht zu haben.

Sushi-Auswahl

Sushi-Auswahl

Das GRUPPENFOTO

Wir erlebten auf unserer Reise auch zahlreiche amüsante Momente und immer wiederkehrende Anekdoten. Das „Gruppenfoto“ wird wohl uns allen in Erinnerung bleiben. An sämtlichen Stationen und interessanten Plätzen musste selbstverständlich ein Gruppenfoto gemacht werden. Eine vorhergehende Absprache welche Kamera dafür benutzt werden sollte, hatte nur mäßigen Erfolg. So musste natürlich das Gruppenfoto mit jeder mitgebrachten Kamera abgelichtet werden: Mit der Spiegelreflexkamera, mit der Kompaktkamera, mit mehreren Handys und selbstverständlich auch mit der 3D-Kamera. Die Motive, Posen und Gesichtsausdrücke mussten natürlich variiert werden: bitte ernst, bitte freundlich, bitte japanisch mit Peace-Zeichen. Meistens wurde für dieses Prozedere ein höflicher Einheimischer gesucht, der das Fotografieren nicht ablehnen konnte oder ein Mitarbeiter der entsprechenden Institution. Selbstverständlich gingen während des Prozesses die Kameras und Handys aus und mussten von den jeweiligen Besitzern wieder angemacht oder entsperrt werden. So entwickelten sich unsere Gruppenfotos zu einem fünf- bis zehnminütigen Prozedere, welches unsere Dolmetscherinnen immer wieder sehr nervös werden ließ, da die Zeitpläne sehr strapaziert wurden. Doch die freundlichen Fotografen sowie unsere Dolmetscherinnen behielten wie immer ihre unerschütterliche Ruhe… bemerkenswert. Letztlich werden uns diese Gruppenfotos für immer in Erinnerung bleiben.

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TEAM GERMANY

TEAM GERMANY


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Nachtrag: „Ist das ein gelber Kackehaufen?“

Die 9gag-Fans in unserer wehrten Leserinnen- und Leserschaft, kennen den Satz: „Japan. Producing 78% of the worlds weirdest shit since 1952.“ Beim Besuch im National Museum of Emerging Science and Innovation erwartet mensch gemeinhin eine Menge abgefahrener Erfindungen, abgespacete japanische Errungenschaften, denkende Roboter.
Bei unserem Besuch bekamen wir zur Begrüßung die Eintrittskarten, einen Museums-Flyer und ein bunt bedrucktes A4-Blatt in die Hand. Alles klar soweit, zusammengefaltet, weiter im Programm. Oder noch mal auf den Flyer gucken:

Ein Grinsen folgt. Ein Zweifeln. Ein Wundern. Richtig gesehen? Die Frage in den Raum: „Ist das ein gelber Kackehaufen? Grinst und winkt der? Sind da noch ein grinsendes Klo und ein rosa Kackehaufen? …. WARUUUM?“
Es stellt sich heraus, dass im Museum eine Sonderausstellung gastiert. Die sich mit dem Endprodukt der menschlichen Verdauung befasst. Kurz: Eine Kack-Ausstellung. Ob eine kack Ausstellung, dieser Frage muss definitiv nachgegangen werden. Das Design des Flyers wirbt dafür auf merkwürdige Weise. Lachende, winkender, gelber Kot? Das erinnert an Mr. Hankey, den Weihnachtskot aus Southpark. Aber der ist wenigstens braun, so wie in echt.
Eine Stunde später, Betreten der Ausstellung. Die grinsenden, bunten Kackehaufen grinsen von den Wänden. Die Ausstellung informiert über die Prozesse der Ausscheidungsproduktentstehung im Enddarm. Und zeigt die Vielfalt der gemeinen Kackwurst, nachgebildet und lebensecht, als Durchfall-Pfütze oder Köttel-Kot, als langes, dünnes Wurst-Exkrement oder als kurzer und sehr dicker Stuhlgang.
Ekelig, ja. Man weiß, wie das aussieht, warum muss man sich das nun im Museum anschauen wollen? Einwurf: es gehört zum Körper dazu, also müssen sich Kinder damit auseinandersetzen, und sollen lernen, … ja, was eigentlich? Während mensch über diese Frage noch nachdenkt, kommt der Raum, mit dem zentralen Element der Exhibition: Die Toiletten-Rutsche, umgangssprachlich Klo-Rutsche. Eine überdimensionale Toilettenschüssel (etwa 3 Meter hoch), steht dort, auf der Vorderseite führt eine Treppe aufs Schüsselrand-Niveau, von wo eine Rutsche in das Abflussrohr führt. Kinder, die den Spaß erleben möchten, den eine Kackwurst erleben würde, wenn sie ein denkendes Wesen wäre, bekommen vor der Treppe einen Stoffhut aufgesetzt, nur mit diesem ist das Rutschen erlaubt. Der Hut ist ein stilvoll gestalteter Kothaufen über drei Ebenen, aus geschmackvollem, dunkelbraunen Plüsch. Und dann kann die wilde Reise beginnen, ab ins Klo.
Ein Chor singender Toiletten, die auf ihren geöffneten Deckeln lachende Gesichter haben, verabschiedet die Gäste, mit dem sicheren Gefühl, heute eine ganze Menge Scheiße gelernt zu haben, … und dem Bewusstsein: „Japan. Producing 78% of the worlds weirdest shit since 1952.